Der Platz im Deutschherrnviertel ist nach dem früheren Hochmeister des Deutschen Ordens benannt. Walther von Cronberg (* 1477 auf der Burg Kronberg bei Frankfurt; † 4. April 1543 in Mergentheim) war von 1527 bis zu seinem Tod 1543 an der obersten Stelle des Ordens.

Dass Walther von Cronberg mit der Benennung eines Platzes geehrt wird, überrascht schon. Von Cronberg leitete den Orden in den ersten Jahren der Reformation und blieb imun gegen eine kirchliche Erneuerung. Anders sein Vorgänger als Hochmeister: Dieser trat zum evangelischen Glauben über und deshalb aus dem Orden aus. Zudem leitete von Cronberg den Orden in der Schlussphase des Deutschordensstaates und dieser steht für eines der dunkelsten Kapitel des Deutschen Ordens. In der Schlussphase des Deutschordenstaates konnte der Orden dort de facto die Kontrolle nicht mehr ausüben und von Cronberg verlegte den Hauptsitz von Königsberg nach Mergentheim nahe Würzburg.

Jahrhunderte später wird ein Platz nach ihm benannt. Inzwischen ist der Deutsche Orden zur karitativen Organisation geworden und die Vergangenheit kann verklärt werden.

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Auf dem Walther-von-Cronberg-Platz steht das höchste Haus des Deutschherrnviertels, das Main-Plaza. Ebenso steht dort mit dem Colosseo (Bild) ein markanter Rundbau. Seit einigen Jahren findet hier das Deutschherrnfest statt. 2018 wurde hier auch ein Japanfestival durchgeführt. In den Sommermonaten dominiert den Platz ein Brunnen, der viele Kinder und Eltern anzieht. Beim Deutschherrnfest 2016 wurde ein Bücherschrank eingeweiht. Seit Ende November 2018 gibt es vor der Gerbermühlstraße den zweiten Zebrastreifen des Deutschherrnviertels.